Über U-Care
U-Care ist ein innovatives Erasmus+ Projekt, das sich der wissenschaftlichen Untersuchung und Transformation urbaner Ökosysteme widmet, um die Gesundheit in europäischen Städten mit unterschiedlichen klimatischen Bedingungen zu verbessern. Ziel des Projekts ist es, Forschung zu urbaner Gesundheit, quartiersbezogene Diagnostik sowie partizipative Entscheidungsprozesse systematisch in die Hochschullehre zu integrieren. Dadurch werden zukünftige Stadtplaner*innen sowie Fachkräfte im Bereich Public Health darauf vorbereitet, die wachsenden Auswirkungen des Klimawandels auf urbane Räume wirksam zu adressieren.
U-Care wird durch eine Kooperation europäischer Hochschulen, KMU und forschungsorientierter Start-ups umgesetzt, darunter das Building Health Lab, die Technische Universität Berlin, die Università degli Studi di Firenze, die Chalmers Tekniska Högskola, die University of Cyprus sowie RESET.
Maßnahmen
Entwicklung eines Urban-Health-Indikatorensystems
Mixed-Methods-Forschung an vier Standorten (Gothenburg, Berlin, Florence und Nicosia)
Workshops zur Entscheidungsfindung zu Fragen der urbanen Gesundheit
U-Care-Webplattform mit umfassenden Daten zur Umwelt- und Gesundheitsfolgenabschätzung
Aufbau von fünf Datenbanken (räumliche Ungleichheit, urbane Hitze, Oberflächenabfluss, Biotopverlust sowie Bedarfe und Präferenzen von Nutzer*innen)
Konzeption und Erprobung eines U-Care-Lernmoduls für den Hochschulbereich
Zielgruppen
Studierende
Studierende der Partnerhochschulen in den Bereichen Architektur, Urban Design und Stadtplanung sowie Public Health, Umweltwissenschaften, Sozialgeografie, Verwaltungswissenschaften und angrenzenden Disziplinen. Sie bilden die zentrale Zielgruppe des Lernmoduls, da sie durch dessen Umsetzung fachliche Kompetenzen, methodisches Wissen und Erfahrungen in intersektoraler Zusammenarbeit sowie evidenzbasierter Entscheidungsfindung erwerben.
Wissenschaftliches Personal
Lehrende und Forschende derselben Fachbereiche – sowohl direkt am Projekt beteiligte Personen als auch Lehrkräfte anderer europäischer Hochschulen. Sie profitieren durch den Aufbau von Kompetenzen im interdisziplinären und intersektoralen Arbeiten sowie durch die Nutzung der im Projekt entwickelten Lehr- und Lernmaterialien für langfristige Anwendung und Re-Implementierung.
Kommunale Akteure
Kommunalverwaltungen, Nichtregierungsorganisationen und zivilgesellschaftliche Gruppen, die sich mit Fragen urbaner Gesundheit und Umwelt befassen und zur Lösung lokaler Herausforderungen beitragen möchten – insbesondere Akteure in den Quartieren der Fallstudien. Langfristig können auch Bewohner*innen indirekt profitieren, wenn vorgeschlagene Maßnahmen umgesetzt oder gewonnene Erkenntnisse in städtische Strategien einfließen.
Bürgerschaft
Teilnehmende aus Citizen-Science-Prozessen, insbesondere Personen aus vulnerablen Bevölkerungsgruppen, da das Projekt räumliche Ungleichheiten im öffentlichen Außenraum adressiert und dabei die besonderen Bedürfnisse und Beeinträchtigungen dieser Gruppen gezielt berücksichtigt.
Politik und Verwaltung
Politische Entscheidungsträger*innen, die an Projektaktivitäten wie Workshops teilnehmen und zur Gestaltung des Lernmoduls beitragen. Sie wirken an der Entwicklung umweltbezogener Lösungsansätze mit, die auf empirischen Erkenntnissen der studentischen Forschung und Feldarbeit basieren. Zudem erhalten sie einen Großteil der wissenschaftlichen Projektergebnisse (insbesondere aus WP2 und WP3), wodurch die Umsetzung vereinbarter umweltbezogener Maßnahmen unterstützt wird.


Methodik
Die UrbanCare-Methodik bietet einen klar strukturierten Ansatz zur Transformation urbaner öffentlicher Räume, indem zentrale Umwelt- und Gesundheitsherausforderungen systematisch adressiert werden. Sie liefert einen handlungsorientierten, evidenzbasierten Arbeitsplan, der die Entwicklung der einzelnen Standorte steuert und gesündere, widerstandsfähigere Stadträume ermöglicht.
Standortauswahl:
Identifikation von Standorten, die repräsentativ für größere urbane Gebiete sind und ausgeprägte sowie übertragbare Problemlagen im öffentlichen Außenraum aufweisen.
Quantitative Analysen:
Durchführung quantitativer Untersuchungen zu Begehbarkeit (Walkability), Oberflächenabfluss, urbaner Hitze sowie Biotopverlust.
Datenmodellierung:
Überführung der quantitativen Daten in ein immersives Modell, das komplexe Zusammenhänge für eine breite Öffentlichkeit verständlich visualisiert.
Qualitative Erhebungen:
Einsatz der Modelle zur Durchführung qualitativer Befragungen, insbesondere unter vulnerablen Bevölkerungsgruppen.
Integriertes Planungsmodell:
Zusammenführung der gemischten Datensätze in ein umfassendes Planungs- und Gestaltungsmodell, das Entscheidungsworkshops zu gesundheitsbezogenen, ökologischen und ökonomischen Zielsetzungen fundiert anleitet.
Fallstudien
Die dreiphasige UrbanCare-Methodik wird auf Fallstudien in vier europäischen Städten mit unterschiedlichen Klimazonen angewendet:
- Ozeanisches Klima: Gothenburg, Schweden
- Kontinental-humides Klima: Berlin, Deutschland
- Mediterranes Klima: Florence, Italien
- Semi-arides Klima: Nicosia, Zypern
An jedem Standort werden Begehbarkeit, urbane Hitze, Oberflächenabfluss, Biotopverlust sowie die Bedarfe und Anforderungen der Nutzenden untersucht, um räumliche Ungleichheiten systematisch zu identifizieren. Aus diesem Prozess entstehen fünf thematische Datenbanken pro Standort.
Die in dieser initialen Forschungsphase gewonnenen Erkenntnisse fließen anschließend in die U-Care-Plattform ein und werden zu U-Care-Lernmodulen für den Hochschulbereich weiterentwickelt.

